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Gewusst wie! Der Wechsel der Standlicht- und Scheinwerferbirnen ist nicht so leicht, wie es das Handbuch glauben machen will. Wenn man nicht weiss, wie man vorgehen soll, ist langes Probieren angesagt. Aber warum sich abquälen? Diese kleine Anleitung zeigt, wie man in fünf Minuten den Austausch erledigt hat. Durch die große Anzahl an Elektronik und Komfortausstattungen in heutigen Fahrzeugen sind die Lichtmaschinen sehr großzügig dimensioniert. Selbst bei Kleinwagen findet man nun Generatoren, die von der Leistungsfähigkeit vor wenigen Jahren nur in Oberklasselimousinen zu finden waren. Der Rotstift der Entwicklungsabteilungen führt aber dazu, dass diese Lichtmaschinen eine deutlich höhere Spannung - von bis zu 17 Volt - abgeben, wenn nur wenige Verbraucher angeschaltet sind. Ich weiss nicht, ob das auch der Picanto so macht, ich habe schlicht nicht gemessen, aber das sind die Worte meines Autoteilehändlers. Moderne Halogenbirnen, gerade die mit einer höheren Lichtausbeute, werden deutlich heisser und sind nicht so robust ausgelegt wie die klassischen Lichterzeuger in gleicher Bauform. Auch wenn die Hersteller mittlerweile erkannt haben, dass die meisten Autokäufer es nicht tolerieren zum simplen Birnchentausch einen Termin mit Ihrer Werkstatt ausmachen zu müssen, weil moderne Designscheinwerfer und vollgepackte Motorenräume einen Wechsel mit Bordmitteln schlicht ummöglich machen, so ist es immer noch nicht ganz trivial durchgebrannte Leuchten auszutauschen. Haftungsauschluss: Wie immer an dieser Stelle: Ich hafte nicht für Schäden, die Ihr beim Befolgen dieser Anleitung anrichtet. Irrtümer sind ausdrücklich vorbehalten. Jeder muss selber wissen, was er da tut. Zur Sicherheit klemmt bei Arbeiten an der Elektrik vorher die Batterie ab. Die geringe Spannung von 12V täuscht: Um die gleiche Leistung wie bei Haushaltslampen zu erreichen, muss der Strom 20(!) mal höher sein, als bei 220V! Unser kleiner Freund fuhr nun bereits zum dritten Male traurig "einäugig" durch die Welt. Die Standlichtbirnen sind sogar noch ein wenig öfter kaputt gegangen. Das erste Mal war die Inspektion sowieso am nächsten Tag, da haben wir das gleich mit erledigen lassen. Als dann eine weitere Standlichtbirne und die Inspektion noch in weiter Ferne lag, blieb mir nichts anderes übrig, als die Birne selber zu wechseln. Ich hatte bereits vorher in das Handbuch gesehen, so dass ich ganz entspannt nachts zur Tanke fuhr und für einen Tankstellenpreis einen Ersatz kaufte. Laut dem Handbuch ist der Käse ja mit zwei, drei Handgriffen gegessen. Offenbar hat Kia die Anleitung direkt von Hersteller des Scheinwerfers in das Handbuch übernommen. Dumm nur, dass die Koreaner nachträglich noch ein Auto um die Leuchteinheit bauten. Ohne Werkszeug ist es ein arger Krampf dieses Birnchen zu tauschen. Es grinst einen durch die Klarglasscheibe aus seinem diebstahlsicheren Domizil an. So nah und doch so fern. Ich gehe hier bestimmt nicht darauf ein, wie ich unter Schmerzen und Krämpfen in den Fingern nach gefühlten drei Stunden doch noch obsiegte, nein, dieser Weg ist nur für Masochisten gangbar. Diese Anleitung widmet sich aber dem Austausch des Fahrtlichtes. Die Arbeitszeit beträgt pro Seite nur rund fünf Minuten. Da eine ich keine passende Birne zu der noch intakten hatte (ich mag es nicht, wenn Lampen mit unterschiedlicher Farbtemperaturen eingebaut sind), musste ich sowieso zum Autoteiledealer meines Vertrauens fahren. Dort griff ich dann zu irgendwelchen Philips H4-Birnen, die 80% heller leuchten, ewig halten und einen schlanken Fuss machen sollen. O.k., stimmt, das Licht ist wirklich etwas heller, die Farbtemperatur ist weder gelblich noch Proletenblau. Die Dinger heissen "X-treme Power - Racing Performance". Ich war mit der Kiste noch nicht auf der Autobahn, ob die Höchstgeschwindigkeit also racingmässig steigen wird, das weiss ich nicht. :) Anmerkung: Auch zum Wechsel des Standlichtes ist es einfacher und schneller, die Scheinwerfer auszubauen! Genug der langen Worte, wir lassen Taten folgen. Als einziges Werkzeug benötigen wir eine 10er Nuss. Schraubenschlüssel scheitern an einer versenkt angebrachten Schraube.  Die Bilder sind von der rechten Seite des Fahrzeuges. Analog dazu gelten alle Handgriffe aber auch für den linken Scheinwerfer. Die Platzverhältnisse sind annähernd gleich (schlecht). Not und Elend eben. Spielt keine Rolle. Zuerst lösen wir die beiden Schrauben wie auf dem Bild zu sehen:  Die untere greift in ein Plastikgegenstück. Wie man auf die Idee kommt, eine metrische M6-Schraube in Plastik drehen zu lassen, liegt fernab meiner Phantasie. Also vorsicht beim späteren Zusammenbau, sonst dreht Ihr bis zum Santnimmerleinstag. O.k., der Scheinwerfer ist gelöst, aber davon haben wir ihn nicht draussen. Zuerst müssen wir das Ding über die unteren Haltenasen heben. Alle hier beschriebenen Handgriffe beim Ausbau gehen deutlich besser von statten, wenn man dabei immer etwas rüttelt.  So soll das später aussehen. Keine Sorge, wenn Ihr die Nasen im jetzigen Zustand so nicht zu sehen bekommt. Das Bild ist nach dem Ausbau entstanden und soll nur die Problematik verdeutlichen:  Nun greifen wir mit der linken Hand oben in den Haltegriff(!) der Leuchteinheit. Die (rüttelnde) Bewegung geht schräg nach oben. Mit der rechten Hand unter den Scheinwerfer greifen und die gleiche Bewegung ausführen, dabei darauf achten, dass die Haltenasen über die Kante des Stoßfängers gehoben werden:   Nach einigem beherzten Gerüttel, Geziehe und Gefluche haben wir es geschafft: Die Leuchteinheit ist draussen! Glückwunsch! Das war der schwierige Teil!  Haben die in Fernost keine Brücken über die Flüsse? Müssen die mit den Autos übersetzen? Oder werden diese Scheinwerfer auch als Aussenleuchten an U-Booten eingesetzt? Man weiss es nicht. Fakt ist nur, dass man sich Mühe gegeben hat, die Elektrik möglichst wasserdicht zu machen.  Auch Stecker und Lampe möchten sich nicht ohne weiteres trennen. Würde man mit Gewalt am Stecker ziehen, bis der sich löst, wäre die Chance die Halteklammer vorher zu verbiegen extrem groß. Der Trick ist nun, dass man mit einem Finger unter die Kabelzuführung greift und die Birne gegen die Fassung drückt:  So, jetzt noch den Gummiring abziehen und wir kommen an die Lampe heran.  Klingt merkwürdig, wenn ich nun beschreibe, wie man die Klammer löst. Aber da jeder Hersteller da seine eigene Konstruktion hat und Ihr ja eine Birne tauschen und kein Knobelspiel lösen wollt, zeige ich ganz kurz wie es geht. 1. Nach unten drücken 2. Zur Seite ziehen  Alte Birne raus, neue rein - das bedarf ja nun keiner weiteren Erklärung. Falls Ihr das noch nie gemacht habt: Nach dem Lösen der Klammer ist die Birne lose. Es handelt sich nicht um ein Schraubgewinde. Keine Gewalt anwenden, die Leuchte lässt sich immer nur auf eine Art einsetzen. Dafür sorgt die asymmetrische Fassung. Einzig die Klammer sorgt dafür, dass die Lampe sich nicht löst. Die Befestigung geschieht umgekehrt zum Lösen. Dabei die neue Birne nicht mit blossen Fingern berühren! Am besten ein sauberes, nicht fusselndes Tuch benutzen. Keinesfalls ein Papiertaschentuch mit "Balsam" verwenden!
Zwischenbemerkung: Keine billigen Lampen aus dem Baumarkt mit bunter oder blauer Tönung kaufen. Diese Beschichtung verringert die Lichtausbeute und im schlimmsten Fall kann sie verdampfen und sich auf dem Reflektor und der Streuscheide des Scheinwerfers niederschlagen. Nach dem Einsetzen der neuen Lampe den Gummiring aufstecken. Die "Nase" zum Abziehen steht nach oben, quasi auf 12:00 Uhr. Dann erst den Stecker der Lampe aufsetzen. Letzter Schritt: Den Scheinwerfer wieder befestigen. Leuchteinheit dazu schräg von oben einsetzen. Darauf achten, dass die obere Ecke unter dem Kotflügel liegt. Nun den Scheinwerfer unten in den Sitz drücken. Wenn der Scheinwerfer nicht von alleine an seinen angestammten Platz zurück will, helfen leichte(!) Schläge mit dem Handballen. Aber Vorsicht: Auch wenn der Kunststoff schlagfest ist, so wird er doch sicher im Laufe der Zeit spröde. Also Gewalt immer mit Augenmass anwenden. Eine kleine Besonderheit ist mir noch aufgefallen. Es mag sein, dass es nur bei unserem Picanto auftritt, aber ich will es erwähnen: Der Anschluss der Scheinwerferhöhenverstellung verkantet sich auf der linken Seite gerne und verhindert so das Einsetzen der Leuchteinheit. Darauf also achten und gegebenenfalls Kabel und Stecker mit der Hand an der Kante vorbeiführen.  Die beiden Schrauben wieder anziehen. Wie bereits gesagt: Die untere dreht in Kunststoff, also voooorsichtig! Nach fest kommt definitiv locker! Ein letzter Check der Beleuchtung und wir hoffen, dass wir diese Arbeiten erst in einiger Zeit wieder durchführen müssen. Ein frommer Wunsch, wenn Ihr mich fragt.  Ich hoffe, dass Euch diese kleine Anleitung ggf. weiterhelfen kann. Gruß Michael
Nachtrag: Nach 13 Monaten (ein Omen?) fiel der linke Scheinwerfer aus: Die "Philips Xtreme Racing Performance" performte nicht mehr. Tot, aus, durchgebrannt. Ich habe kurz überschlagen, wie lange das Birnchen gehalten hat: Knapp 300 Stunden, mehr nicht. Schade. A.T.U. ruft für diese Dinger einen Preis von 35,- EUR auf, der Händler im Ort ist sogar noch sechs Euro günstiger. In der Bucht gehen die Dinge mit Versand für rund 25,- EUR weg. Man sollte sich auch überlegen, ob man nicht weissere Standlichter kaufen sollte. Man sieht ja oben den Unterschied in der Farbtemperatur. Sieht ja fast wie ein Blinker aus. :-) |